Christel Meier, Dorothee Linnemann (Hgg.)

Intertheatralität

Die Bühne als Institution und Paradigma der frühneuzeitlichen Gesellschaft

Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme –
Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496
Band 49

2017, 332 Seiten, 64 Abbildungen (10 Vierfarbabbildungen, 54 S/W-Abbildungen), Harteinband
2017, 332 pages, 64 figures (10 color figures, 54 b/w figures), hardcover

ISBN 978-3-86887-042-8
Preis/price EUR 52,–

17 × 24cm (B×H), 1200g

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Aus dem Inhalt / from the book:

Kurzzusammenfassung
Inhaltsverzeichnis


Kurzzusammenfassung:

Schon in der Antike wurde das Theater in Metaphern und Vergleichen auf Phänomene und Probleme der Lebenswelt und Politik bezogen; doch erst in Spätmittelalter und Früher Neuzeit – der Epoche der Neuinstitution des Theaters selbst – griff die Idee und konkrete Vorstellung des Theaters auf nahezu alle Bereiche der Wirklichkeit aus: vom Weltmodell über das religiöse und politische Zeremoniell, die Wissenschaften, die Künste bis zur individuellen Lebenspraxis. Diese gesellschaftliche Omnipräsenz und wechselseitige Sinnstiftung aus dem Theaterkonzept in der vormodernen Kultur ist hier als ›Intertheatralität‹ eingeführt; sie wird in diesem Band in gründlichen Einzelstudien vergleichend für verschiedene soziale Kontexte entsprechend den vielfältigen Interferenzen zwischen der Lebenswelt und der Theateridee vorgeführt und überschreitet damit deutlich den bisherigen Forschungsstand.

      

Schließlich wird an umfangreichem Material gezeigt, wie auch das Theater als prominentes Medium der Autoreferenz der Gesellschaft seine eigenen Funktionen in Selbstbeschreibung und Selbstkritik differenziert reflektiert.

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Inhaltsverzeichnis:

Christel Meier und Dorothee Linnemann:
Einführung: Intertheatralität. Grenzgänge des Performativen

Angelika Kemper:
Krönung und Huldigung auf der Theaterbühne. Lateinische Dramen aus München und Graz um 1600

Heinz Meyer:
Vergleichs-Spiel. Bild und Bedeutung im Drama parallelum der Jesuiten

Philipp Stenzig:
Pompe hispanice favente – die Repräsentation der ›Reyes Católicos‹ an der Kurie Innocentius' VIII. und Alexanders VI.

Elke Anna Werner:
Bild und Fest. Mediale Transformationen und visuelle Evidenz in der herrscherlichen Memoria Kaiser Maximilians I.

Ulrich Ernst:
Gedächtnistheater. Zu Memorialarchitekturen in der visuellen Poesie der frühen Neuzeit

Anna Stenmans:
Penelope am Webstuhl. Weibliche Treue in intermedialer Repräsentation

Eva Zhang-Klee:
›L'Histoire de l'Empereur de Chine‹ – eine Inszenierung von Universalität?

Lydia Rosía Dorn:
Zur Selbstdarstellung ›orientalischer‹ Gesandter im Medium der europäischen Bildnismalerei der Frühen Neuzeit

Christina Brauner:
Wie die Papisten bei ihrer Meß. Wahrnehmung religiöser Rituale und konfessionelle Polemik im europäischen Diskurs über Westafrika

Flemming Schock:
Bild und Text in den Buchtheatern der Frühen Neuzeit

Gerd Blum:
Das Territorium als Theater. Antike Topoi idealer Topographie und ihre Bedeutung für die Architektur der italienischen Renaissance

Barbara Segelken:
Alles auf einen Blick, Alles in einem Buch. Visuelle Spuren im Ordnungsprozess

Christel Meier:
Spiel im Spiel. Selbstthematisierung und Selbstkritik des frühneuzeitlichen Theaters

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